Akira Der Kopfgeldjaeger - Prolog - DE04
Das Zeitalter der Wölfe hatte begonnen und ich war jemand der sich damit nicht abfinden konnte. Genau wie, ich folgten auch andere einem Aufruf, der uns in den sogenannten Widerstand brachte.
Wir mussten diesen Holocaust an der Menschheit stoppen, doch uns fehlte nicht nur das Material, auch das Personal für einen großen Rückschlag wurde immer knapper.
Mit Erschrecken stellten wir fest, dass all unsere fortschrittliche Technologie gegen die Singarti wirkungslos war. Die Wölfe waren auf militärischem Wege nicht zu schlagen, nur mit Guerilla-Taktiken und einigen Terroranschlägen konnten wir einen Teilerfolg gegen diese Bestien erzielen. Doch es war nur ein mäßiger Erfolg, damit konnten wir die Singarti auf lange Sicht nicht zurück schlagen. Selbst die erbeuteten Waffen brachten uns keinen Nutzen. Die Wölfe hatten dafür gesorgt, dass außer ihnen niemand ihre Waffen und Anlagen bedienen konnte.
Das Geheimnis war ihre DNA, die es nur ihnen ermöglichte, auf ihre Technologie Zugang zu erhalten. Andere Spezies hatten demnach keine Chance, die Waffen gegen sie einzusetzen. Doch könnten wir einen Weg finden genau diese Waffen einzusetzen, würde sich unsere Schlagkraft verhundertfachen.
Wir experimenten mit der Singarti-DNA und verabreichten sie mehreren Testpersonen, doch die intravenös verabreichten Substanz hatten keinen Erfolg. Die Testpersonen konnten keine der Singarti-Technologien verwenden. Ihr Körper stieß das neuartige Serum ab, die Probanden verstarben nach wenigen Stunden.
Erst ein Wissenschaftler aus Fernost, bot seine Hilfe an. Er war ein Gen-Experte und hatte schon erfolgreich verschiedene Spezies miteinander gekreuzt.
Dr. Daisuke Tado vertrat die Idee, wenn es nicht möglich sei, einen Menschen die Fähigkeiten der Singarti zu übertragen, könne man diese prekäre Lage nur lösen, indem man eine neue Spezies erschafft. Diese sollte all ihre Fähigkeiten in sich tragen, um die DNA-Blockade zu überwinden. Eine einfache Kontrolle und Loyalität gegenüber der Menschheit sollte diese Spezies zu einem Elite-Soldaten auf unserer Seite machen.
Diese Idee wurde schnell von uns verworfen, da sie für uns sehr unrealistisch schien. Doch der ehrgeizige Japaner ließ sich nicht aufhalten, er vollbrachte in einem heruntergekommen Labor in Waschington ein Wunder. Ihm gelang es, eine menschliche Eizelle mit der Singarti-DNA zu befruchten, es fand eine Zellteilung statt und in einem Reagenzglas hatte er es geschafft, eine Lebensform die auf Mensch und Singarti aufbaute, zu erschaffen.
Da Dr. Tados Experiment machbar erschien und wir sehr verzweifelt waren, entschieden wir, dem Ganzen doch eine Chance zu geben. Wir gingen davon aus dass die Wölfe niemals auf die Idee kommen würden, dass wir in einer Großstadt wie New York unter dem Time Square ein riesiges Widerstandsnest aufbauenwürden. Dort hatten vor der Jahrtausendwende die Menschen ein primitives U-Bahn-System errichtet, es wurde schon vor hundert Jahren stillgelegt und längst vergessen. Die Tunnel waren zubetoniert worden und es war eine Herkules-Aufgabe diese wieder freizulegen.
Wir schafften es, unbemerkt durch die New Yorker und vor allem die Singarti-Patrouillen, hunderte Meter unter dem Time Square ein riesiges Widerstandsnest samt U-Bahn-System in Betrieb zu nehmen. Es gab sogar eine alte Luftschutzbunker-Anlage, die wir sanierten und zu einem funktionstüchtigen Labor umrüsteten.
Es war ein Mammut-Projekt diesen Schutthaufen so wieder herzustellen, dass hier Menschen leben und arbeiten konnten. Vor allem aber durfte niemandem der gewaltige Stromverbrauch auffallen. Mehrere Elektrotechniker arbeiteten an der Umverteilung des Stromes, den wir aus jedem Stadtteil von New York, Teilen New Jerseys und Pennsylvanias bezogen. Durch die Verteilung auf mehrere Staaten und Bezirke sollte der Mehrverbrauch nicht auffallen.
Als das Labor endlich in Betrieb ging, hielten sich unsere Ambitionen in Grenzen, wir hatten mit einem massiven Rückschlag umzugeben, denn eine künstliche Gebärmutter zu erschaffen schlug fehl. Die Embryonen stießen die Nahrungsaufnahme ab und staben mehrere Tage nach der Befruchtung.
Wir hatten keine Wahl, wir brauchten eine Freiwillige die in ihrer Gebärmutter für die Kreuzung zwischen Mensch und Singarti bereitstellte. Wir hatten so etwas noch nie gemacht und wir wussten, dass die Testperson bei der Geburt sterben könnte. Wir gingen das Risiko ein und nach neun Monaten bereiteten wir die Geburt ein. Auf natürlichen Weg konnte die Kreatur nicht geboren werden, der einzige Weg war ein Kaiserschnitt. Dr Tado selbst nahm die Operation vor und hob schließlich aus dem Körper der Frau den ersten Mensch-Singarti.
Äußerlich glich dieser einem Welpen, doch er besaß Hände und Beine wie bei einem Säugling auch die Anatomie glich beiden Spezies.
Wir nannten diese Mischung aus Mensch und SIngarti fortan Hybrid. Wir feierten die Geburt, als hätten wir bereits den Krieg gewonnen. Dr. Tado unterbrach unser fröhliches Miteinander, denn inzwischen war die Leihmutter durch die schwere Geburt verstorben. Auch der Hybrid war noch lange nicht das wir brauchten. Zwar hatte die Kreuzung funktioniert, doch der Hybrid war nicht ausgereift. Die Singarti haben ein ähnliches Wachstum wie Wölfe oder Hunde, nach einem Jahr waren diese erwachsen, doch unser Hybrid alterte wie ein Mensch, ein ausgewachsenes Exemplar würde Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Es würde zu lange dauern, bis wir die nötigen Tests daran vornehmen konnten. Wir brauchten aber jetzt einen ausgereiften Hybriden, an dem wir die ersten Versuche durchführen konnten.
Wir beschlossen, das Wachstum der Kreatur zu beschleunigen, wir gaben ihn unterschiedliche Präparate, die zu einem zeitnahen Ergebnis führen sollten. Wir wussten von dem Risiko das die Lebenserwartung der Kreatur sich dadurch drastisch reduzieren würde, doch es handelte sich nur um einen Prototypen der nicht ausgereift war. Es sollte nur als Test dienen, ob wir das erzielen würden, nachdem wir so sehr strebten, war völlig unklar.
Innerhalb weniger Tage war es soweit, der Hybride hatte seinen ausgewachsenen Zustand erreicht. Körperlich glich diese Kreatur sehr stark einem Singarti, nur die Körpergröße war menschlich. Die nicht ausgereiften Präparate hatten zu einigen Missbildungen geführt, wodurch das Gesicht des Hybriden entstellt war. Seine Zähne standen hervor und er besaß ein unförmiges Gesicht. Die Kreatur besaß kaum Fell, an vielen Stellen des Kopfes fehlte es komplett. Selbst das erkennbare Fell war sehr strubbelig und fühlte sich seltsam an. Eigenständig konnte diese Kreatur weder reden noch laufen, wir hatten es faktisch mit einem Kleinkind zu tun. So banden wir den Hybriden gegen seinen Willen mit Gurten an einem Stuhl und fixierten seine rechte Hand. Ich bin nicht stolz darauf, was wir dieser Kreatur antaten, doch war sie für uns nichts weiter als ein Experiment. Die Singarti hatten der Menschheit weit aus schlimmeres angetan, als wir diesem Geschöpf. Es fühlte sich zwar falsch an, diesem Hybriden die Waffen in die Hand zu drücken und diese anschließend abzufeuern, doch wir brauchten Testergebnisse, damit die Versuche weiterhin finanziert werden.
Die Ergebnisse sprachen für sich, die Tests erwiesen sich als äußerst erfolgreich und entsprachen in hohen Maßen unseren Ansprüchen.
Es war deutlich spürbar dass der Hybride es leid war, sich weiter für unsere Zwecke missbrauchten zu lassen. Trotz der Sicherheitsmaßnahmen schaffte es die Kreatur den Gurt, der seine Schnauze zuband mit seinem kräftigen Kiefer zu lösen. Aus dem nun leicht geöffneten Maul, war ein sehr seltsames Geräusch zu hören. Es klang wie eine Mischung aus Menschlichen Schreien und Wölfischen Heulen. Ein sehr unnatürliches Geräusch machte die Kreatur und es reichte, um mir Gänsehaut zu bereiten. Selbst Dr. Tado sah man ein Unwohlseim an.
Schließlich eskalierte die Situation völlig, der eben noch rumschreiende Hybrid schien nun eine Art Wutfanfall auszuleben. Das unangenehme Heulen verwandelte sich in ein tiefes und unruhiges Knurren. Er schüttelte mit seinen Kopf herum und drückte sich gegen den Stuhl, die Kreatur versuchte sich zu befreien. Als Dr. Tado schließlich versuchte, der Kreatur ein Beruhigungsmittel zu verabreichen, hörten wir, wie die Gurte einer nach dem anderen aufsprangen. Die Muskelkraft dieses Hybriden überraschend selbst Dr. Tado. Er ließ die Spritze zu Boden fallen und schubste mich in Richtung Ausgang. Schließlich war das einzige, was den Hybriden noch am Stuhl hielt, die Gurte an seinen Füßen. Wir wussten, falls die Kreatur sich jetzt losreißen würde, müssten wir um unser Leben rennen, denn dieser Hybride war außer Kontrolle geraten. Grade nachdem er die letzten Gurte gelöst hatte, griff er einen herbeieilenden Marine an. Noch bevor dieser auch nur einen Schuss abfeuern konnte, war er bereits tot. Er hatte die Fangzähne des Hybriden in seinem Nacken, noch bevor er auch nur begriff, was mit ihm geschah. Ein großes Stück Fleisch hatte der Hybride aus dem Nacken des Soldaten gerissen und schleuderte es uns entgegen.
Es war beeindruckend, wie gefährlich und muskulös dieses Wesen war, ich hätte mich gerne weiter seiner angenommen, doch hatte ich kaum Zeit dafür. Immerhin rannte ich grade um mein Leben. Erst im letzten Moment schafften wir es, die Kreatur im Labor einzusperren. Erst jetzt eilten weitere Marines in Ganzkörperschutzanzug zu uns. Wir beschlossen, kein weiteres Risiko einzugehen und die Kreatur zu töten. Dr. Tado löste das Sicherheitsprotokoll für das Labor aus.
Aus kleinen Öffnungen an den Fußleisten strömte der chemische Kampfstoff Sarin in das Labor hinein. Als die Kreatur ihre aussichtslose Situation bemerkte, versuchte sie mit aller Gewalt aus dem Labor zu entkommen. Der Hybrid schlug zuerst mit seinen Fäusten gegen das Panzerglas, als er die Sinnlosigkeit seines agierendes bemerkte rammte er mit seinen Kopf das Panzerglas.
Nicht nur, dass die Kreatur sich dabei schwer verletzte, auch das Panzerglas schien einem weiteren Angriff nicht mehr standzuhalten. Kurz vor dem Bersten zogen die Marines panisch ihre Waffen und richteten sie auf das Labor. Wir hingegen suchten das Weite, erst aus sicherer Entfernung heraus, schauten wir zurück zum Labor. Dieses musste inzwischen voller Sarin sein.
Es dauerte mehrere Minuten, bis auch der Körper des Hybriden kollabierte, mit letzter Kraft stützte er sich gegen die gesplitterte Glasscheibe und versuchte, diese weiter einzudrücken. Doch die Hand wurde immer schwächer, bis der Hybride schließlich in sich zusammen sackte und nach hinten fiel.
Wir waren etwas erleichtert, dass der Hybride nicht die Intelligenz besaß, die getesteten Waffen gegen uns einzusetzen. Bis Dr. Tado die Lüftung des Labors einschaltete vergingen weitere drei Minuten. Egal wie perfekt die Singarti-DNA war, solange konnte selbst sie nicht dem Giftgas standhalten.
Bis das Gas vollständig verschwunden war und wir ohne Schutzanzüge den Leichnam bergen konnten, würden drei Stunden vergehen. Während wir zusammensackten und zitterten, beschwerte sich Dr. Tado, wo die Marines gewesen wären, es hätte viel zu lange gedauert. Wir hätten schon alle tot sein können. Auch forderte er ein wesentlich dickeres Panzerglas an. Während sich der Japaner beschwerte, kam ein zweites Sicherheitsteam hinzu. Nach drei Stunden öffnete Dr. Tado das Labor, die Marines stürmten hinein und sicherten den Raum.
Wir schritten kurz nach ihnen zurück ins Labor, ich werde nie vergessen, was sich uns für ein grausames Bild bot. Aus Mund und Nase des Hybriden quoll Schaum. Genau wie aus dem toten Marine, er hatte anscheinend noch die Folgen des Sarins spüren können bevor er endgültig verstarb. Ihre leblosen Pupillen starten uns an, sie waren durch das Giftgas stark verengt.
Wir lernten nicht nur, dass unsere Fesseln keinen Hybriden aufhalten konnten, wir mussten auch die hohe Aggressivität und Brutalität dieses Hybriden feststellen. Er riss die Gurte von sich, als wären sie nur dünne Stofffetzten. Selbst das zentimeterdicke Panzerglas hätte einem längeren Angriff nicht standgehalten.
Die Hybriden waren zu einem hohen Sicherheitsrisiko geworden, sodass das Projekt kurz vor dem Aus stand.
Nur die Autopsie der Leiche konnte uns retten, denn wenn wir herausfinden würden, woher die hohe Aggression kam, würden wir diese beim nächsten Hybriden unterbinden können. Erst nach monatelanger Untersuchung stellte Dr. Tado selbst die Ursache fest. Es war die Singarti-DNA, die eine hohe Gewaltbereitschaft förderte. Doch wir brauchten die Singarti-DNA, ohne diese würde die Kreatur für unsere Zwecke nutzlos sein.
Zwar war uns die Kreuzung zwischen Mensch und Singarti gelungen, doch erwies sie sich als zu instabil für eine längere Untersuchung. Der Hybride litt unter vielen Krankheiten, die ihn unberechenbar machten.
Die Monate vergingen und die Wissenschaftler suchten nach einer möglichen Lösung, um einenperfekten Hybriden ohne Schwächen erschaffen zu können. Dr. Tado hatte eine Idee, statt einer fast gleichen Mischung der DNA konzentrierte er sich auf einen Ursprung der Singarti. Während sich die menschliche Rasse aus Primaten entwickelte, hatten die Singarti einen Vorfahren, den der in einer anderen Form dem Canis Lupus glich. Obwohl der Heimatplanet der Singarti Lichtjahre weit entfernt war, musste eine wolfähnliche Kreatur der Vorfahre dieser Bestien gewesen sein. Über Jahrmillionen hatte sich aus dieser unscheinbaren Kreatur die Singarti entwickelt. Das nahmen wir zumindest an, denn niemand von uns kannte die Entstehung der Singarti noch wusste jemand woher diese Ursprünglich stammten. Mit unseren Erkenntnis konnten wir allerdings nicht viel erreichen, denn dass die Singarti eher einem Wolf als einem Affen ähnelten, war eigentlich jedem klar, schließlich glichen die Singarti einem muskulösen Wolf. Mythologisch gesehen passten sie perfekt auf den Begriff Werwolf. Doch dass der DNA-Strang der Singarti so fest verwurzelt war, wie der eines gewöhnlichen Wolfes, war für uns eine neue Erkenntnis. Beide Spezies schienen ähnliche Merkmale zu haben, Dr. Tado ging sogar davon aus, dass sich wahrscheinlich wolfsähnliche Geschöpfe vor Jahrmillionen zu den Singarti entwickelt hatten. In der Theorie bedeutete das, dass wir anstelle der Singarti-DNA mit Wolf-DNA herumexperimentieren würden. Da die Wolf-DNA bestimmt keinen Zugriff auf die Singarti-Technologie haben würde, mussten wir eine Mutation erschaffen, die grade einmal so viel Singarti-DNA in sich trug, um die feindlichen Waffen benutzten zu können.
2152
Es hatte fast ein Jahr gedauert, bis die Wissenschaftler es geschafft hatten, eine funktionierende Verbindung aus den drei DNA-Komponenten zu entwickeln. Nun brauchten wir nur erneut eine Freiwillige, die den Hybriden austrug. Wir mussten leider auch bei diesem Versuch mit dem Tod der Testperson rechnen.
Während wir langsam auf das Jahr 2153 zusteuerten, wurde es ruhiger um die Singarti, wir wussten, sie waren noch da draußen und würden uns vernichten, wenn sie erfahren würden,wo wir sind.
Doch wir hatten andere Probleme, die Geburt des Hybriden stand bevor und falls sich dieser auch als Fehlschlag erweisen sollte, würde das ganze Projekt gestoppt werden. Wir setzten alles auf eine Karte und hofften, dass dieser Hybrid nicht die Schwächen seines Vorgängers aufwies. Die Geburt zumindest erfolgte wie bei einem Säugling ohne Komplikationen, der Testperson ging es gut, die Geburt hatte sie ohne Folgeschäden überstanden.
Nun war es an uns, herauszufinden, ob dieser DNA-Strang lebensfähig und vor allem kontrollierbarer war. Auch dieses Mal sorgten wir für ein schnelles Wachstum des Hybriden.
Es war erstaunlich, wie ruhig diese Kreatur war. Anstatt eine potenzielle Gefahr darzustellen, verhielt sich dieser Hybrid eher zurückhaltend, fast schon schreckhaft.
Da der Hybride so ruhig und entspannt war, schien es uns dieses Mal noch mehr zu stören ihn derart zu fesseln, doch was sollten wir tun, wir befolgten unsere Befehle. Die Sicherheitsmaßnahmen waren immerhin verschärft worden. Neben den Wissenschaftlern waren auch drei Marines im Raum, die solange dabei blieben, bis die Tests vollständig abgeschlossen waren.
Schließlich begannen wir mit unseren Tests, falls die Kreatur unfähig sein würde, die feindlichen Waffen abzufeuern, würde das gleichzeig das Ende unseres Experiments bedeuten. Doch unsere Tests stellten klar, dass auch dieser Hybrid die Fähigkeit besaß, alle Waffen und alle Technologien der Singarti zu bedienen.
Körperlich war dieser Hybride vorrangig menschlich, seine Organe unterschieden sich kaum von dem unsrigen. Nur das Aussehen glich eher einem Wolf, als einem Menschen oder sogar einem Singarti.
Die erhöhe Anzahl der Muskeln machte diesen Hybriden sehr flexibel und beweglich, allerdings war er nicht so muskulös wie sein Vorgänger. Wir gingen davon aus, dass ein so kleiner Hybride, wesentlich schneller war, als die weitaus größeren Singarti. Auch seine Gelenke waren für eine höhere Leistung ausgelegt. Zwar war die Dichte der Muskeln nicht so hoch wie die eines Singarti, doch sie übertraf die eines Menschen um Längen. Die Lernfähigkeit dieses Hybriden übertraf unseren Erwartungen, zwar hatte auch dieser die Intelligenz eines Neugeboren, doch er lernte sehr schnell. So konnten wir ihm nach einigen Tagen das Laufen und nach einer Woche das Springen beibringen. Auch erste Laute, die ähnlich wie Worte klangen, brachte dieser Hybride hervor.
In unserem ersten Test über das Sprungverhalten der Hybriden, konnte dieser Hybrid mit seinen Fähigkeiten überzeugen. Mühelos konnte er mehrere Meter nach oben springen oder tief fallen, ohne sich dabei zu verletzten. Geschwindigkeit- und Ausdauer-Tests ergaben eine wesentlich höhere Leistung im Vergleich zuunseren Soldaten. Man munkelte schon von einem Super-Soldaten, genau wie es Dr. Tado prophezeit hatte. Während wir die nächsten Embryos planten, kam es allerdings zu einem schweren Zwischenfall, mitten beim Ausdauer-Training brach der Hybrid zusammen.
Mit Erschrecken stellten wir fest, dass die Wachstumsbeschleuniger die menschlichen Organe nicht nur angegriffen hatten, sondern auch völlig irreparabel geschädigt hatten. Während der Singarti-Hybrid nur mit Mutationen zu kämpfen hatte, hatten die Substanzen seinen ganzen Körper dauerhaft geschädigt. Die eher mehrheitlich irdische DNA war nicht so robust gegenüber diesen Wachstumsbeschleunigern. Wir konnten nichts mehr tun, die Organe waren zu stark geschädigt worden. Uns blieb nur die Möglichkeit den Hybriden von seinen Schmerzen zu befreien.
Vier Wochen nach der Geburt, beschlossen wir, auch diesen Hybriden zu töten, diesmal allerdings sollte die Kreatur nicht leiden. Einen sehr humanen Tod boten wir Dr. Tado für sein Experiment.
Der Japaner war allerdings dagegen, er wollte Leben erschaffen und keins nehmen. Er versuchte vergeblich, ein Mittel zu entwickeln, was die Organe wiederherstellen würde. Doch standen wir noch am Anfang der Singarti-Gen-Forschung. Wir überzeugten Dr. Tado, dass es das humanste wäre, die Kreatur von ihrem Leid zu befreien. Die letzten Tage verbrachte die Kreatur an ein Bett gefesselt, das war kein Leben für einen Menschen, noch für einen Hybriden.
Der Rückschlag machte uns zu schaffen, doch wir gaben nicht auf. Nur Dr. Tado schien eine spezielle Bindung zu diesem Hybriden zu haben. Er blieb bis zum Tod des Hybriden an dessen Bett und beobachtete ihn. Anders als beim ersten Hybriden, hatte dieser etwas, was nur Dr. Tado sah und ihn für ihn besonders machte.
Wir standen vor einem Problem, wir mussten einen weiteren Hybriden erschaffen, dieser müsste wieder neun Monate ausgetragen werden und anschließend müsste dieser ohne Wachstumsbeschleuniger aufwachsen. Wir hätten dementsprechend einen ausgereiften Hybriden erst in siebzehn Jahren. Erst wenn wir einen Weg finden würden, einen Wachstumsbeschleuniger zu entwickeln, ohne dabei den Hybriden zu töten, könnten wir mit der Massenfertigung beginnen.
Anstelle nur eines Hybriden, sollten wir so viele Hybriden erschaffen wie es ginge. Da unsere Kapazitäten begrenzt waren, konnten wir nur zehn Exemplare erschaffen. Diese sollten, anders als ihre Vorgänger, auch einen taktischen Vorteil bieten.
Sie sollten vollständig zu einer überlegenen Kampfeinheit ausbildetet werden, ohne Gnade und ohne Reue sollten sie die Singarti aktiv im offenen Kampf bekämpfen. Sie sollten nicht nur alle Waffen blind beherrschen, sondern auch im Nahkampf ausgebildet werden.
Die Hybriden waren eigentlich nur zur Sabotage vorgesehen, da sie unbemerkt agieren konnten und vollen Zugriff auf die Technologie des Feindes hatten. Sie waren nicht für den aktiven Kampf gedacht, zwar hatten sie gegenüber den Menschen viele Vorteile, doch unterlagen sie rein körperlich den größeren Singarti in vielen Punkten.
Diese Hybriden waren eine Art Vorhut, sie sollten dazu dienen, herauszufinden, ob ein gemeinsames Vorgehen zwischen Mensch und Hybrid möglich wäre. In der Zeit bis diese ausgewachsen wären, sollte Dr. Tado ein Mittel finden, die Entwicklung der nächsten Generation drastisch zu verkürzen, ohne sie dabei zu töten. Der Widerstand brauchte eine Armee gegen die Singarti, notgedrungen wäre auch eine Armee ohne Menschen vorstellbar.
Obwohl wir mit dem weiteren Zweck der Hybriden nicht gänzlich einverstanden waren, hatten wir keine Wahl. Es war ein militärisches Experiment, dessen Verlauf den Krieg entscheiden könnte.
Nur Dr. Tado bestand darauf, seine Forschungen weiter fortzuführen, und selbst bestimmen zu dürfen, wem einer der der zehn Hybriden gehören dürfte.